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Jeder zweite Münchner isst oder trinkt während der Fahrt
DA Direkt Ablenkungsstudie 2026: München erreicht gemeinsam mit Hamburg den zweithöchsten Indexwert
Wer mit dem Auto an der Isar unterwegs ist, braucht starke Nerven. München erreicht im Ablenkungsindex der aktuellen DA Direkt Ablenkungsstudie 20 von 100 Punkten und liegt damit vier Punkte über dem Bundesdurchschnitt. Unter den sechs größten Städten liegt Frankfurt mit 22 Punkten auf Platz 1, gefolgt von Hamburg und München mit jeweils 20, Berlin mit 18, Düsseldorf mit 17 und Köln mit 16 Punkten.
Der von Civey im Auftrag von DA Direkt erhobene Ablenkungsindex bündelt unterschiedliche Ablenkungsformen zu einem Wert zwischen 0 und 100. Berücksichtigt werden unter anderem die Nutzung des Smartphones, die Bedienung von Infotainment und Navigation, Essen und Trinken, die Suche nach Gegenständen sowie intensive Gespräche mit Mitfahrenden. Je häufiger und je mehr dieser Verhaltensweisen die Befragten angeben, desto höher fällt der Indexwert aus.
Zwischen Risikobewusstsein und Selbstüberschätzung
Knapp vier von Zehn befragten Münchner (38 %) haben in den vergangenen drei Jahren mindestens einen Unfall oder eine gefährliche Situation erlebt, was annähernd dem Bundesdurchschnitt von 39 Prozent entspricht. Gleichzeitig sind sie von ihren Fähigkeiten am Steuer überzeugt. Fast jeder zweite (45 %) meint zuverlässig zu erkennen, wenn Ablenkung gefährlich wird. Die Münchner geben sich dabei aber zurückhaltender als ihre Mitbürger aus der Mainmetropole. Während 20 Prozent der Frankfurter selbstbewusst zu Protokoll geben, mehrere Dinge am Steuer gleichzeitig tun zu können, sind an der Isar mit 16 Prozent etwas weniger von ihren Multitasking-Fähigkeiten überzeugt.
„Die Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Risikobewusstsein und Selbsteinschätzung“, sagt Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt. „Viele Autofahrer wissen grundsätzlich, dass Ablenkung gefährlich ist. Gleichzeitig vertrauen sie darauf, selbst einschätzen zu können, wann eine Ablenkung noch harmlos ist. Genau darin liegt ein erhebliches Risiko.“
Fahrfehler durch Ablenkung
Tatsächlich zeigt die Studie, dass Ablenkung für viele Autofahrer bereits spürbare Folgen hatte. Nach konkreten Situationen in den vergangenen 12 Monaten gefragt, berichten 21 Prozent der befragten Münchner von zu spätem Bremsen aufgrund von Ablenkung. 25 Prozent sind zu spät an der Ampel losgefahren. Unbeabsichtigt von ihrer Spur abgekommen sind 14 Prozent und einen ablenkungsbedingten Beinahe-Zusammenstoß erlebten in dem Zeitraum 7 Prozent.
Wenn das Handy ruft
Interessant ist dabei auch der Blick auf die tatsächlichen Ablenkungsquellen. 13 Prozent der Münchner Autofahrer telefonieren zumindest gelegentlich mit dem Smartphone in der Hand. Ein Drittel schaut gerne einmal auffälligen Passanten hinterher und fast jeder zweite (46 %) isst und trinkt während der Fahrt. Ebenfalls besonders verbreitet sind zudem intensive Gespräche mit Mitfahrenden, die Auswahl von Musik oder Podcasts sowie Einstellungen an Navigation oder Infotainmentsystemen.
„Viele Ablenkungen wirken harmlos, weil sie alltäglich sind“, erklärt Kfz-Versicherungsexpertin Künnemann. „Doch Aufmerksamkeit kennt keine Prioritäten. Schon wenige Sekunden, in denen der Blick oder die Gedanken nicht auf das Verkehrsgeschehen gerichtet sind, können zu einer kritischen Situation führen.“
Die DA Direkt Ablenkungsstudie 2026
Online-Befragung unter 5.000 Bundesbürgern ab 18 Jahren, die regelmäßig mit dem Auto unterwegs sind (mind. Einmal im Monat) durch Civey im Auftrag von DA Direkt; die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5 bis 2,6 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis; Befragungszeitraum September 2026.