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Rheinland schlägt Mainmetropole: Autofahrer in Köln und Düsseldorf sind aufmerksamer unterwegs
DA Direkt Ablenkungsstudie 2026: Autofahrer erkennen die Gefahr, überschätzen aber ihre Kontrolle
In puncto Fahrsicherheit können sich die Frankfurter von den Rheinländern eine Scheibe abschneiden. Die aktuelle Ablenkungsstudie von DA Direkt zeigt: Kölner und Düsseldorfer bleiben am Steuer eher fokussiert. Zudem berichten sie seltener von Unfällen oder gefährlichen Situationen.
Im Ablenkungsindex der aktuellen DA Direkt Ablenkungsstudie kommt Düsseldorf auf 17 und Köln auf 16 Punkte, was dem Bundesdurchschnitt entspricht. Unter den sechs größten Städten liegen Berlin mit 18, Hamburg und München mit jeweils 20 und Frankfurt mit 22 Indexpunkten vor den Rheinmetropolen.
Der von Civey im Auftrag von DA Direkt erhobene Ablenkungsindex bündelt unterschiedliche Ablenkungsformen zu einem Wert zwischen 0 und 100. Berücksichtigt werden unter anderem die Nutzung des Smartphones, die Bedienung von Infotainment und Navigation, Essen und Trinken, die Suche nach Gegenständen sowie intensive Gespräche mit Mitfahrenden. Je häufiger und je mehr dieser Verhaltensweisen die Befragten angeben, desto höher fällt der Indexwert aus.
Am Rhein berichten Autofahrer seltener von Unfällen und Gefahrensituationen
39 Prozent der Kölner und 35 Prozent der Düsseldorfer haben in den vergangenen drei Jahren mindestens einen Unfall oder eine gefährliche Situation erlebt. Frankfurt belegt auch hier mit 42 Prozent einen Spitzenplatz. Ein überdurchschnittliches Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten am Steuer verbindet die drei Regionen: Mit kleinen Abstufungen geben zwei von zehn Befragten selbstbewusst an, mehrere Dinge am Steuer gleichzeitig tun zu können. Das sind doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung; auch hier liegen die Frankfurter an der Spitze. Zudem meint in allen drei Städten etwa jeder zweite Autofahrer, zuverlässig erkennen zu können, wann Ablenkung gefährlich wird. Erneut hat Frankfurt unter den deutschen Metropolen die Nase vorn – wenn auch nur knapp.
„Die Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Risikobewusstsein und Selbsteinschätzung“, sagt Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt. „Viele Autofahrer wissen grundsätzlich, dass Ablenkung gefährlich ist. Gleichzeitig vertrauen sie darauf, selbst einschätzen zu können, wann eine Ablenkung noch harmlos ist. Genau darin liegt ein erhebliches Risiko.“
Fahrfehler durch Ablenkung
Die Studie zeigt, dass Ablenkung für viele Autofahrer bereits spürbare Folgen hatte. Nach konkreten Situationen in den vergangenen 12 Monaten gefragt, berichten knapp 20 Prozent der befragten Düsseldorfer und 15 Prozent der Kölner, aufgrund von Ablenkung zu spät gebremst zu haben. Unbeabsichtigt von ihrer Spur abgekommen sind jeweils knapp 14 Prozent. Einen ablenkungsbedingten Beinahe-Zusammenstoß erlebte etwa jeder Zehnte (8 %) Rheinländer.
Am Main lockt das Handy, in den Karnevalshochburgen der Hingucker
Mentalitätsunterschiede zwischen den Regionen deuten sich bei den konkreten Ablenkungsquellen an: Rund ein Drittel der Frankfurter liest zumindest gelegentlich eingehende Nachrichten auf dem Smartphone; in Köln und Düsseldorf sind es jeweils knapp 20 Prozent. Bei auffälligen Passanten kehrt sich das Verhältnis um: Ihnen schaut in den Karnevalshochburgen rund ein Drittel der Autofahrer gerne einmal hinterher, in Frankfurt hingegen nur jeder Vierte. Ebenfalls besonders verbreitet sind intensive Gespräche mit Mitfahrenden, die Auswahl von Musik oder Podcasts sowie Einstellungen an Navigation oder Infotainmentsystemen während der Fahrt.
„Viele Ablenkungen wirken harmlos, weil sie alltäglich sind“, erklärt Kfz-Versicherungsexpertin Künnemann. „Doch Aufmerksamkeit kennt keine Prioritäten. Schon wenige Sekunden, in denen der Blick oder die Gedanken nicht auf das Verkehrsgeschehen gerichtet sind, können zu einer kritischen Situation führen.“
Die DA Direkt Ablenkungsstudie 2026
Online-Befragung unter 5.000 Bundesbürgern ab 18 Jahren, die regelmäßig mit dem Auto unterwegs sind (mind. Einmal im Monat) durch Civey im Auftrag von DA Direkt; die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5 bis 2,6 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis; Befragungszeitraum September 2026.